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Berlin Konzerthaus am Gendarmenmarkt,
28. und 29. Mai 2010
Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 30. Mai 2010
Ein großes und geniales Defilee
Michael Gielen dirigierte in Berlin Robert Schumann und
Lieder von Alban Berg
....Und zwischen diesen beiden Schumannstücke hatte Gielen ja auch schon ein Stück Fin de Siècle gepackt, ein frühes Stück der zweiten Wiener Schule: Alban Bergs sieben Lieder, nach Lenau, Schlaf, Rilke, Hartleben, Storm....Es sind Wunderlieder mit einem hybriden, gläsernen Nachtigallenton, noch tonal, schon am Rand, 1905 entworfen, von Mahler und von Wagner angesteckt. Darin die Singstimme manchmal ganz aufgeht und zu einem Teil des Orchesters wird oder, besser gesagt, die Instrumente des Orchesters, jedes einzeln, zu einem Teil dieser Sopranstimme werden. Melanie Diener tritt dazu auf in kobaltblauer Seide, himmelhoch jauchzend. So schlafwandlerisch intonationssicher, so ausdrucksstark und gelassen zugleich und so vertraut mit dem Stück, sie und Gielen: Diese Aufführung der Bergschen Lieder ist atemraubend. (Eleonore Büning)
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